Filtration · Verfahrenstechnik · Cross Flow

Cross-Flow-Filtration: effiziente Filtration für anspruchsvolle Prozessmedien

Die Cross-Flow-Filtration ist ein vielseitiges Verfahren zur Trennung von Feststoffen und Flüssigkeiten in industriellen Prozessen. Anders als bei klassischen Filterprinzipien wird das Medium nicht ausschließlich frontal gegen die Trennfläche geführt, sondern bewegt sich tangential an ihr entlang.

BECA® betrachtet Crossflow nicht als isolierten Filter, sondern als Teil einer vollständigen Prozesslösung aus Verfahrenstechnik, Strömungsführung, Pumpentechnik, Mess- und Regeltechnik, Reinigung und Automation.

BECA Prozessanlage für industrielle Verfahrenstechnik
Funktionsweise

Was ist Cross-Flow-Filtration und wie funktioniert Crossflow?

Bei der Tangentialflussfiltration wird das zu behandelnde Fluid parallel zur wirksamen Trennfläche geführt. Die Strömungsführung erzeugt eine kontinuierliche Überströmung der Membranoberfläche. Ein Teil der Flüssigkeit passiert die Trennschicht als Filtrat beziehungsweise Permeat, während größere Partikel oder andere zurückgehaltene Bestandteile im Retentat verbleiben.

Das Verfahren wird deshalb auch als Querströmfiltration bezeichnet. Im Gegensatz zu einer rein frontal durchströmten Trennstufe bewegt sich die Suspension entlang der Oberfläche. Die dabei entstehenden Scherkräfte können verhindern, dass sich Feststoffe ungehindert auf der Filteroberfläche ablagern und diese rasch verstopfen.

Zu den charakteristischen Merkmalen gehört die Kombination aus Trennung und kontinuierlicher Bewegung des Stoffstroms entlang der Trennzone. BECA® betrachtet dabei nicht nur die eigentliche Trennfläche, sondern den gesamten Anlagenprozess.

Feed Suspension / Fluid
→
Membran Tangentiale Überströmung
→
Permeat Durchgetretener Stoffstrom
Retentat Zurückgehaltene Bestandteile
Verfahrensvergleich

Crossflow oder Dead-End-Filtration: Was ist der Unterschied?

Beide Filtrationsverfahren verfolgen eine Trennaufgabe, unterscheiden sich aber deutlich in der Strömungsführung und im Verhalten an der Filteroberfläche.

→

Cross-Flow

Beim Crossflow-Prinzip strömt das Medium tangential zur Trennfläche. Partikel werden deshalb nicht ausschließlich gegen die Membran gedrückt, sondern teilweise mit dem Stoffstrom weitertransportiert.

  • Tangentiale Strömung entlang der Membranoberfläche
  • Reduzierte Ausbildung einer starken Deckschicht möglich
  • Für kontinuierliche Prozessführung geeignet
  • Retentat und Permeat werden getrennt geführt
↓

Dead-End-Filtration

Bei der Dead-End-Filtration trifft das Medium im Wesentlichen frontal auf die Trennfläche. Flüssigkeit passiert die Pore, während Feststoffe zurückgehalten werden.

  • Frontale Durchströmung der Trennfläche
  • Filterkuchen kann während des Betriebs anwachsen
  • Strömungswiderstand kann mit zunehmender Schicht steigen
  • Geeignet für andere spezifische Trennaufgaben

Welches Filtrationsverfahren die bessere Lösung darstellt, hängt vom konkreten Produkt ab. Feststoffgehalt, Viskosität, Temperatur, gewünschte Trennschärfe, Transmembrandruck und Reinigungskonzept müssen gemeinsam betrachtet werden.

Bei BECA® wird deshalb nicht einfach eine Standardkomponente ausgewählt. Die jeweilige Anlage wird anhand der spezifischen Anforderungen des Prozesses ausgelegt.

Prozessvorteile

Warum reduziert die Tangentialflussfiltration Deckschicht und Verblockung?

Die Überströmung der Trennfläche ist einer der entscheidenden Unterschiede zur konventionellen Filtration. Für die Praxis ergeben sich daraus mehrere verfahrenstechnische Vorteile.

01

Weniger Verblockung

Die tangentiale Strömung kann Ablagerungen auf der Oberfläche reduzieren und damit einer schnellen Verblockung entgegenwirken.

02

Kontinuierlicher Prozess

Permeat und Retentat können während des laufenden Prozesses kontinuierlich voneinander getrennt geführt werden.

03

Produktschonende Verarbeitung

Geschwindigkeit, Druck, Temperatur und Strömungsführung können an die Eigenschaften des jeweiligen Mediums angepasst werden.

04

Integrierbare Verfahrenstechnik

Pumpen, Rohrleitungen, Automation und Reinigung lassen sich als vollständiges Prozesssystem gemeinsam auslegen.

Bei vielen Trennprozessen lagern sich Partikel auf der wirksamen Oberfläche ab. Je stärker diese Schicht anwächst, desto größer kann der hydraulische Widerstand werden. Die tangentiale Überströmung sorgt dagegen dafür, dass sich das Medium entlang der Membran bewegt und Partikel immer wieder von der Oberfläche mitgenommen werden können.

Die dabei wirkenden Scherkräfte müssen zur jeweiligen Anwendung passen. Eine möglichst hohe Geschwindigkeit ist nicht automatisch die beste Lösung. Empfindliche Produkte sollen möglichst schonend behandelt werden, während andere Medien eine stärkere Beanspruchung erlauben oder benötigen.

Eine qualitätsschonende Verarbeitung entsteht deshalb aus dem Zusammenspiel von Geschwindigkeit, Druck, Temperatur, Geometrie und Medium. Auch die Reinigungsstrategie spielt eine wichtige Rolle. Eine technisch richtig dimensionierte Anlage kann Fouling und Verblockung reduzieren und damit eine lange Lebensdauer der relevanten Komponenten unterstützen.

Trennprinzip

Wie funktionieren Membran, Retentat und Permeat bei der Cross-Flow-Filtration?

Die Membran beziehungsweise das eingesetzte Trennmedium entscheidet wesentlich darüber, welche Bestandteile passieren und welche zurückgehalten werden. Das Ausgangsmedium wird an der Trennfläche entlanggeführt. Ein Stoffstrom tritt durch die Trennzone, während ein zweiter Stoffstrom die zurückgehaltenen Bestandteile enthält.

Je nach Prozess kann entweder das Filtrat beziehungsweise Permeat oder das Retentat das gewünschte Produkt darstellen. Bei einer Konzentrationsaufgabe kann beispielsweise die zurückgehaltene Phase schrittweise aufkonzentriert werden. Bei einer Klärungsaufgabe steht dagegen häufig die durchgetretene Phase im Mittelpunkt.

Unerwünschte Bestandteile können anschließend separat weiterbehandelt oder ausgeschleust werden. Deshalb beginnt eine sinnvolle Anlagenplanung nicht mit der Frage nach einem bestimmten Membrantyp, sondern mit dem gewünschten Prozessergebnis.

BECA® Filtrationslösungen →
Membran Definiert abhängig vom Verfahren und der Anwendung die eigentliche Trennaufgabe.
Permeat Stoffstrom, der die wirksame Trennfläche passiert.
Retentat Stoffstrom mit den an der Membran zurückgehaltenen Bestandteilen.

Mikrofiltration und Ultrafiltration

Je nach Trennaufgabe reichen die Einsatzbereiche von Mikrofiltration bis Ultrafiltration. Trennbereiche werden beispielsweise in µm oder bei sehr feinen Anwendungen in nm beschrieben. Neben klassischen Bauformen können auch Hohlfasermodule, Hohlfasern oder eine Kapillarmembran eingesetzt werden.

Einsatzgebiete

Für welche Suspensionen und Flüssigkeiten eignet sich Cross-Flow-Filtration?

Crossflow kann für eine große Bandbreite an Suspensionen und industriellen Prozessmedien interessant sein. Grundsätzlich kommt das Verfahren dort in Betracht, wo Bestandteile aus einer flüssigen Phase getrennt, konzentriert oder zurückgewonnen werden sollen.

GETRÄNKE

Brau- und Getränkeindustrie

Klärung, Rückgewinnung und produktspezifische Trennaufgaben in flüssigen Prozessmedien.

FOOD

Lebensmittelindustrie

Behandlung und Trennung von Suspensionen und flüssigen Produktströmen.

WINE / JUICE

Wein und Fruchtsäfte

Qualitätsschonende Verarbeitung sowie Klärungs- und Konzentrationsprozesse.

PHARMA / CHEMIE

Pharmaindustrie

Definierte Trenn- und Konzentrationsaufgaben mit kontrollierter Prozessführung.

Das Medium wird in der Regel durch das System gepumpt und so geführt, dass die filtrierende Fläche kontinuierlich überströmt wird. Wie gut sich eine bestimmte Suspension verarbeiten lässt, hängt unter anderem von Partikelgröße, Feststoffkonzentration, Viskosität, Temperatur und chemischen Eigenschaften ab.

Auch Vorbehandlung und Lagerung des Produktes können einen Einfluss auf das spätere Trennverhalten haben. Deshalb sollte eine spezielle Anwendung nicht ausschließlich anhand theoretischer Kennwerte bewertet werden. Je nach Medium können Prozessdaten, Laborwerte oder Versuche eine wichtige Grundlage für die Auslegung darstellen.

Bei Lebensmitteln, Wein oder Fruchtsäften kann ein Crossflow-System eingesetzt werden, wenn Partikel abgetrennt, Produktströme geklärt oder bestimmte Bestandteile weiter konzentriert werden sollen. Ein möglicher verfahrenstechnischer Vorteil kann dabei auch in der Eliminierung von Filterhilfsmitteln liegen, sofern das Crossflow- Verfahren eine entsprechende konventionelle Prozessstufe ersetzen kann.

Dadurch können sich Vorteile bei der Handhabung und Entsorgung ergeben. Ob dies im konkreten Produktionsprozess möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, muss individuell bewertet werden.

BECA® Crossflow-Systeme

Zwei Crossflow-Prinzipien. Eine Lösung passend zu Ihrem Prozess.

Welche Crossflow-Variante sinnvoll ist, hängt von Medium, Feststoffgehalt, gewünschtem Durchsatz, Prozessführung und Trennaufgabe ab. BECA® bietet unterschiedliche technische Konzepte, damit nicht ein einziges Anlagenprinzip auf jede Anwendung übertragen werden muss.

BECA® / Dynamic

Dynamischer Crossflow

Beim dynamischen Crossflow wird die hydrodynamische Wirkung an der Trennfläche zusätzlich durch bewegte Systemelemente beeinflusst. Dadurch kann die Relativbewegung zwischen Trennfläche und Produkt anders erzeugt werden als bei einer ausschließlich strömungsgetriebenen Anlage.

Hohe Feststoffgehalte, Produkteigenschaften, gewünschter Durchsatz oder die Empfindlichkeit des Mediums können die Auswahl dieser Technologie beeinflussen.

Dynamischen Crossflow entdecken →
BECA® / Static Inline

Statischer Inline Crossflow

Beim statischen Prinzip entsteht die notwendige Relativbewegung an der Trennfläche vor allem durch die Strömung des Mediums. Förderleistung, Kanalgeometrie und Geschwindigkeit bestimmen wesentlich die Bedingungen an der Oberfläche.

Solche Konzepte können sich besonders für kompakte und kontinuierlich aufgebaute Prozesslinien eignen.

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Allgemeine Verfahrenstechnik

Welche Vorteile bietet Tangentialflussfiltration in der Pharmaindustrie und Verfahrenstechnik?

Auch in der Pharmaindustrie und in anderen Bereichen der allgemeinen Verfahrenstechnik wird Tangential-Flow-Filtration für definierte Trenn- und Konzentrationsaufgaben eingesetzt. Je nach Prozess können beispielsweise Partikel, Zellbestandteile oder andere Komponenten aufgrund ihrer Größe und ihres Rückhalteverhaltens voneinander getrennt werden.

Neben der eigentlichen Trennleistung spielen Werkstoffe, hygienegerechte Konstruktion, Reinigbarkeit, reproduzierbare Prozesszustände und eine zuverlässige Automation eine wichtige Rolle. Je nach Medium kann außerdem ein Betrieb bei niedrigem Druck oder eine besonders produktschonende Strömungsführung erforderlich sein.

Die Anlage muss deshalb als Prozesssystem betrachtet werden. BECA® verbindet die verfahrenstechnische Auslegung auf Wunsch mit Planung, Konstruktion, Automation, Montage und Inbetriebnahme.

Engineering

Crossflow ist mehr als eine Membran.

BECA® plant die Trennstufe als Teil einer vollständigen Prozessanlage. Pumpen, Tanks, Rohrleitungen, Ventile, Mess- und Regeltechnik, Reinigung sowie Automatisierung können gemeinsam ausgelegt werden.

Dadurch eignet sich das Konzept besonders für Projekte, bei denen Crossflow nicht losgelöst von der restlichen Produktionslinie geplant werden soll.

01

Prozessanalyse

Medium, Durchsatz, Feststoffanteil und gewünschtes Trennergebnis bilden die Grundlage der Auslegung.

02

Verfahrenstechnisches Engineering

Pumpenauslegung, Strömungsführung, Membrankonzept, Prozessparameter und Reinigung werden gemeinsam betrachtet.

03

Automation

Drücke, Volumenströme, Temperaturen und Prozesszustände können überwacht und geregelt werden.

04

Fertigung & Integration

Die Crossflow-Stufe kann in neue Anlagen oder vorhandene Produktionsumgebungen integriert werden.

05

Inbetriebnahme & Service

BECA® begleitet Projekte bis zur Inbetriebnahme und kann auch Service- und Lifecycle-Aufgaben übernehmen.

Wirtschaftlichkeit

Was beeinflusst die Wirtschaftlichkeit einer Cross-Flow-Filtration?

Die Wirtschaftlichkeit einer industriellen Anlage hängt nicht nur vom Anschaffungspreis ab. Ebenso wichtig sind Produktverluste, Durchsatz, Energiebedarf, Reinigungsaufwand, Anlagenverfügbarkeit, Verschleißteile und mögliche Stillstandszeiten.

Eine technisch passende Anlage kann über ihre gesamte Nutzungsdauer wirtschaftlicher sein als ein zunächst günstigeres System, das nicht optimal zum Produkt passt. Gerade bei anspruchsvollen Medien müssen Pumpenauslegung, Strömungsgeschwindigkeit, verfügbare Trennfläche und Reinigungsabläufe aufeinander abgestimmt werden.

Auch Automation spielt eine wichtige Rolle. Produktions-, Spül- oder Reinigungssequenzen lassen sich je nach Anlagenkonzept automatisiert ausführen. Dadurch wird eine reproduzierbare Fahrweise unterstützt.

Produktverluste ↓
Anlagenverfügbarkeit ↑
Prozesssicherheit ↑
Reproduzierbare Fahrweise ↑
Auswahl der passenden Lösung

Wann ist eine BECA® Cross-Flow-Lösung die richtige Wahl?

Eine Cross-Flow-Lösung ist besonders interessant, wenn eine anspruchsvolle Trennung von Feststoffen aus einer Flüssigkeit, eine Rückgewinnung oder eine Aufkonzentrierung erforderlich ist und konventionelle Systeme an technische oder wirtschaftliche Grenzen stoßen.

Entscheidend ist dabei nicht das Schlagwort Cross-Flow, sondern das Ergebnis im tatsächlichen Prozess. Die Anlage muss den gewünschten Stofftransport ermöglichen, zum Medium passen und langfristig stabil betrieben werden können.

Eine BECA® Lösung kann von der eigentlichen Trennstufe über Pumpen und Rohrleitungen bis zu Mess- und Regeltechnik, Software, Reinigung und Inbetriebnahme reichen. Damit eignet sich das Konzept besonders für Unternehmen, die keine isolierte Filtermaschine suchen, sondern eine integrierte verfahrenstechnische Lösung.

Zusammenfassung

Das Wichtigste zur Crossflow-Filtration auf einen Blick

Crossflow verbindet eine gezielte Trennaufgabe mit einer kontrollierten Strömungsführung entlang der Membranoberfläche. Die passende technische Lösung hängt immer vom realen Prozess ab.

  • Das Medium strömt tangential zur Trennfläche und nicht ausschließlich frontal darauf zu.
  • Die Querströmung kann die Ausbildung einer starken Deckschicht begrenzen.
  • Retentat und Permeat ermöglichen Klärungs-, Konzentrations- und Rückgewinnungsprozesse.
  • Membran, Druck, Geschwindigkeit, Temperatur und Produkteigenschaften müssen gemeinsam betrachtet werden.
  • Crossflow eignet sich für zahlreiche Anwendungen der Getränke-, Lebensmittel-, Pharma- und allgemeinen Verfahrenstechnik.
  • BECA® bietet sowohl dynamische als auch statische Inline-Crossflow- Lösungen.
  • Reinigung, Automation, Energiebedarf, Produktverluste und Anlagenverfügbarkeit beeinflussen die Wirtschaftlichkeit.
  • BECA® kann Crossflow vom Engineering bis zur Turnkey-Prozesslösung integrieren.
Crossflow-Projekt

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Medium, Durchsatz, Feststoffanteil, Temperatur und gewünschtes Trennergebnis bilden die Grundlage für die Auslegung. Besprechen Sie Ihre Anwendung direkt mit BECA®.

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